Letzte Nacht war eine relativ kurze Nacht fuer mich. Der 39. Superbowl wurde wie seit Jahren von ORF1 live uebertragen und war fast so spannend wie der letztjaehrige Superbowl, als die New England Patriots auf die Carolina Panthers trafen. Diesmal trafen die letztjaehrigen Sieger, die Patriots auf die Philadelphia Eagles, welche als klare Aussenseiter galten.
Den Anfang des Spiels fand ich eher langweilig. Im ersten Viertel musste man fast den Eindruck gewinnen, die Teams seien sich noch am aufwaermen. Fehler um Fehler.
Das zweite Viertel war dem ersten anfangs sehr aehnlich, bis es endlich einen Touchdown gab – den ersten im Spiel. Aber: was unerwartet war, die ersten 7 Punkte (Touchdown + extra Punkt) gingen nicht an die Pats sondern an den Aussenseiter! Und ploetzlich schien alles moeglich in diesem Spiel.
Von da an, war das Spiel dann auch spannend. Bis zur Halbzeit konnten die Pats auch noch einen Touchdown + extra Punkt erzielen und so stand es 7:7 in der grossen Pause.
Die half time show. Dort traten in vergangenen Jahren immer grosse, weltweit populaere Stars auf und zeigten, was sie drauf haben. Dieses Jahr, wars Paul McCartney. Ein langweiliger alter Mann, der alte Beatles-Songs singt und dabei fast einschlaeft.
Vorab hatte er angekuendigt, ihm werde kein Missgeschick mit seiner Kleidung passieren, wie Janet Jackson letztes Jahr mit dem “Nippelgate”, weil er gar keine Kleidung tragen werde. Wenigsten das wurde uns dann doch erspart.
Im dritten Viertel gings dann richtig los. Zuerst 7 Punkte fuer die Pats und 8 Spielminuten spaeter der Ausgleich fuer die Eagles. 14:14 nach dem dritten Viertel – das erste Unentschieden nach drei Vierteln, in der Geschichte des Superbowls.
Bereits nach gut einer Spielminute des letzten Viertels, Touchdown + extra Punkt fuer die Favoriten. Fuer die Eagles soweit noch kein grosses Problem, ein Touchdown + extra Punkt bis zum Spielende, und es gibt eine Verlaengerung. Noch mehr Punkte, und sie gewinnen. Jedenfalls, solange die Pats keine Punkte mehr machen.
Und tatsaechlich, die Eagles bringen die Pats bei ihrem naechsten Angriff in grosse Probleme, weshalb diese dann knapp 9 Spielminuten vor Schluss nur ein Field Goal erzielen koennen anstelle eines Touchdowns. Nun stehts es also 24:14 – 10 Punkte Unterschied, damit muessen die Eagles schon mindestens zweimal Punkten, um ein Unentschieden oder Sieg bis zum Ende des letzten Viertels heraus zu holen. Machbar, aber nicht ganz einfach.
Und tatsaechlich, knapp 2 Spielminuten vor Schluss gelingt den Eagles der naechste Touchdown + extra Punkt. 24:21. Ein Field Goal der Eagles reicht fuer ein Unentschieden, ein Touchdown zum Sieg. Nun folgt strategisches Spiel. Die Pats wollen, dass die Uhr auslaeuft, und die Eagles wollen sie anhalten, auch mit Timeouts. Die Eagles scheinen merkbar nervoes zu werden, und machen so strategische Fehler, weshalb sie die noch bestehende Chance auf einen Sieg vergeben.
So gewinnen die New England Patriots zum dritten mal innert vier Jahren den Superbowl – was bisher nur die Dallas Cowboys in ihren rumreichen Jahren geschafft haben.
MVP wurde Deion Branch, der meiner Meinung nach diesen Titel wirklich verdient hat und auch meine Stimme erhalten hat. Ausserdem hat er 11 catches hin gekriegt und somit einen Superbowl Rekord erreicht, aber nicht geschlagen. Wenn er und Tom Brady, der Quarterback der Pats sich einmal nich missverstanden haetten, und Brady so den Ball nicht in Branch’s Ruecken geworfen haette, waere er nun alleiniger Rekordhalter.
Es war auf alle Faelle ein tolles Spiel, wenn auch mit etwas Startschwierigkeiten. Die Eagles habens dem Favoriten auf keinen Fall einfach gemacht, wie schon letztes Jahr die Panthers, welche damals noch naeher am Sieg dran waren. Ich freue mich jedenfalls schon jetzt auf den Superbowl XXXX am Abend des 5. Februars 2006 (Ortszeit) bzw in den Morgenstunden des 6. Februars 2006 (CET). Ich hoffe, es wird ein ebenso spannendes Spiel und waere nicht abgeneigt, die Pats wieder dabei zu sehen – evtl sogar als erste Mannschaft, die viermal den Superbowl gewonnen hat.
By the way, direkt nach dem Superbowl bin ich ins Bett, um spaeter wieder aufzustehen und zwei Pruefungen zu schreiben. Diese verliefen etwa wie erwartet, ohne merkbaren Einfluss der langen Nacht.