Frackwoche 2006 (call me Dipl. Ing. FH already)
November 28th, 2006 — red_alertEin bisschen spaet, aber ich hatte auch vor 2 Wochen keine Zeit und zuhause kein Inet.
Jedenfalls hatten wir Frackwoche. Dies ist an der ZHW traditionell die letzte Woche der Diplomanden/Absolventen an der Schule. Der Name Frackwoche ruehrt daher, dass in dieser einen Woche alle Diplomanden einen Frack tragen. Passend zum Frack (historisch gesehen) tragen die Maenner einen Zylinder und Vollbart. Die wenigen Damen unter uns (da die Tradition nur am Departement T (wie Technik) aber nicht an den Departementen W (Wirtschaft), L (Linguistik) und G (Gesundheit) bekannt ist, sonst waerens viele mehr) tragen waehrend diese Zeit ein Kleid mit Reifrock.
Die Frackwoche fing am Samstag, dem 18. November 2006, mit dem Frack- oder Diplomumzug an. Wir waren mit unserem Studiengang-eigenen Fahrzeug unterwegs. Nebenbei haben wir unsere Diplomzeitung (aka Diplombuch) verkauft, Gluehwein und Punsch gratis ausgeschenkt und Cipollatas auf dem Fahrzeug-eigenen Grill gebraten und mit einem Broetchen zusammen verteilt.
Am Montag dann war der grosse Auftakt in die eigentliche Frackwoche, zudem war dies der grosse Tag fuer meinen Studiengang. Angefangen haben wir um 07:00 mit einer 5.5 Meter hohen Barrikade vor dem Haupteingang, die anderen Eingaenge wurden durch unsere Leute versperrt. Es gab sodann nur drei Wege um in die Schule zu kommen:
- Den Nebeneingang benutzen (mit einbetonierten Stiefeln einen kleinen Hindernisparcour absolvieren und dabei mit Wasserballoenen abgeknallt werden).
- Ein Diplombuch kaufen und den Haupteingang nehmen.
- Bis 08:45 warten, dann muss die Barrikade aufgehoben werden, damit die Studierenden wenigstens noch in die 2. Lektion des Morgens kommen (Schulbeginn ist eigentlich 08:00).
Hat man sich erst einmal fuer einen der drei Wege entschieden, gabs drinnen unser Fruehstueck. Mit Diplombuch etwas billiger als ohne, aber so oder so billig fuer frisches Brot, frischen Butterzopf, Butter, Konfituere, Nutella, Honig, Ruehrei, Speck, Kaffee, Schokolade und Orangensaft.
Das hatte nicht nur zur Folge, dass die meisten Studierenden auch Lektione #2 des Tages versaeumt haben, sondern auch, dass es einigen Dozierenden genau so ging.
Als um 10:00 dann endlich alle wieder dem normalen Schulalltag folgten, eroeffneten wir die 3 Bars, eine davon wurde an diesem Tag von meinem Studiengang betrieben. Aber weil alle im Unterricht waren, lief dort nicht viel. Folglich mussten wir die Studierenden aus dem Unterricht holen, wir brauchten sie dringender als die Dozierenden. Naja, letztere koennen wir eigentlich auch gebrauchen, einige unter ihnen sauffen mehr als so manchen Studi. So waren wir also um etwa 10:20 den ersten Unterricht am stoeren und die Studierenden an unsere Bar abholen. Etwa 30 Minuten und 3-4 Klassen spaeter war unsere Bar gut gefuellt – im Gegensatz zu den beiden anderen Bars, uebrigens.
Ungefaehr so ging es dann auch den ganzen Tag ueber weiter. Erst als Abends in der Bar mit Buehne eine Live-Band zu spielen begann, verloren wir langsam an Leuten. Die meisten von uns gingen dann auch um etwa 01:30-02:00 nach Hause, die Bar wurde etwa eine Stunde spaeter geschlossen. Fuer uns hat der Tag 23h gedauert, und die meisten unter uns haben den groessten Teil davon mit harter Arbeit verbracht, der Feierabend war also wohl verdient – auch wenn die anderen Bars noch laenger geoeffnet hatten…die mussten auch nicht um 06:00 mit den Vorbereitungen beginnen.
Der Dienstag verlief entsprechend ruhiger. Fuer die geplanten Stoeraktionen am Morgen tauchten zu wenige auf, die Aktionen am Nachmittag wurden dann auch abgesagt. Wir hatten sowieso keine Bar an diesem Tag, also besser noch etwas nach- und vorschlafen.
Der Mittwoch verlief so aehnlich wie der Montag. Natuerlich waren Barrikade und Fruehstueck diesmal nicht unsere Aufgaben, also ging es erst um 10:00 los. Nachdem wir am Montag in der grossen UG-Bar waren, betrieben wir diesmal die Lounge-Bar in der Mensa. Trotzdem haben wir es mit einigen wenigen Stoerungen geschafft, die Bar zu fuellen – auch diesmal im Gegensatz zu den zwei anderen Bars. Zwischendurch wars auch in unserer Bar etwas ruhiger als Montags, aber Abends wars wieder so voll wie nur moeglich. Gespielt wurde Poker (die Betreiber derselben Bar an den zwei Tagen zuvor haben Jass gespielt), und fuers Turnier haben sich enorm viele angemeldet, aber nur 50 konnten teilnehmen. Die Bar lief auch diesmal bis in die spaete Nacht hinein sehr gut.
Der Donnerstag – jedes Jahr der grosse Hoehepunkt der Woche – lief zu Beginn etwas lasch. Bereits vor 10:00 wurde mehrfach nach einem Bier gefragt, aber wir waren erst um etwa 10:20 bereit. Gleich danach ginge wieder ab in die Klassen. Gegen Mittag fuhr ein kleiner Trupp noch in die Departemente G, L, W und A um dort mit Gutscheinen fuer ein kleines Bier etwas Werbung zu machen. Auch Nachmittags gabs noch einige Stoerungen – darunter unser persoenliches Highlight: Dozent Ruprecht (besser bekannt als Knecht Ruprecht). Diesmal kamen wir nicht durch die normale Eingangstuer ins Zimmer sondern nahmen die Hintertuer die fuer Dozierende gedacht ist und haben den Dozenten umzingelt. Mister BWL wusste dann nur noch einen (wie er betonte) sehr wichtigen Satz zu sagen: “Die Schulleitung ist nicht damit einverstanden, dass ich den Unterrich abbreche.” Uns und den anwesenden Studierenden war das aber irgendwie sehr egal und so liefen wir alle gemeinsam raus. Als ich etwas zurueck blieb und Herrn Ruprecht anbot ihm etwas zu trinken aus unserer Bar zu bringen, da er schon nicht mit kommen wolle, lehnte er dies ab…er sei enttaeuscht und faende das alles gar nicht witzig oder so aehnlich (tut mir leid, ich kanns nicht mehr zitieren, ich war physikalisch mit Kopf schuetteln beschaeftigt und psychisch schon meinen naechsten Drink am bestellen um auf die erfolgreiche Stoerung anzustossen). Es wurde uns zu dieser Stoerung uebrigens mehrfach gratuliert (das habe ich zuvor auch noch nicht erlebt)…und hab ich schon erwaehnt, dass wir Applaus gekriegt haben, als wir fertig mit umzingeln waren?
Am Abend dann war die Hoelle los. Unsere Bar (diesmal gehoerte uns die Durchgangsbar im EG mit der Buehne) war bereits am frueheren Abend voll…aber als dann die Frackband auf der Buehne den geilsten Hard-/Rock ever spielten, wurde es immer voller und Stimmungsvoller. Hinter der Bar waren immer mehr Kollegen (und z.T. sogar die Freundin des Barchefs) aktiv am bedienen. Kaum war ein frisches Bierfass an der Zapfsaeule angehaengt, musste schon das naechste her. Nach dem Konzert schwaechte sich der Betrieb wieder etwas ab – minim, aber immerhin. Nur um dann gleich wieder voll ab zu gehen, weil die Frackband einen zweiten Auftritt lieferte. Nachdem gegen Mitternacht dann die letzten Zuege fuehren, war wieder etwas weniger los – aber die Bar lief bis morgens frueh.
Am Freitag war nur noch eine Bar in Betrieb, alle anderen Studiengaenge schliefen aus um fuer den Nachmittag/Abend fit zu sein. Dann naemlich fanden Diplomfeier, Diplomierung, Apero und BartAb statt.
Jawohl, ich bin jetzt offiziell diplomierter Ingenieur FH in Kommunikation und Informatik. Danach wurde uns noch der Bart von den angehenden Pflegefachfrauen und Physiotherapeutinnen (Dept G) abrasiert. Fertig war die Frackwoche, und das ist auch gut so.
Die Bilder die ich geknipst hab werden bald in der Gallery (http://cam.sandro-mathys-ch/index.php?cat=5) zu finden sein. Ich hab knapp 1′500 brauchbare gemacht in dieser Zeit…allerdings ist “brauchbar” diesmal sehr weit ausgelegt…ich hatte keine Lust die Einstellungen staendig anzupassen, war oft angetrunken und mag nich 1′500 Bilder nachbearbeiten – die Fotos lassen also oftmals etwas zu wuenschen uebrig.
Fuer die Fotos vom Donnerstag Abend (Konzerte) bin ich uebrigens teilweise ziemlich rum geklettert…und hab mir Backstage-Zutritt verschafft, alles nur fuer euch :P
Abschliessend moechte ich als Praesident Frackwoche 06/Sektion KI einigen Leuten danken (nach absteigender Groesse des Dankes geordnet):
- Markus Thomann, fuer 3 echt geile Bars und den super Umsatz ;)
- Thomas Hauser, fuer ein sehr gelungenes Diplombuch
- Adrian Hottinger, fuer eine 5.5 Meter grosse Barrikade, die so manchem Schlumpf die Sprache verschlagen hat
- Markus Zuberbuehler, fuer ein simples aber passendes, schoen schwarzes Diplomfahrzeug
- Adrian Huser, fuer die perfekte Verwaltung unserer Finanzen
- Dem restlichen Vorstand fuer den Einsatz (Planung, Organisation, Koordination, Unterstuetzung, schoene Bierhumpen, Fotos online stellen, …)
- Allen anderen KI03-lern, die irgendwie mitgeholfen haben (Bar-Teams, Barrikaden-Sound, Fruehstuecks-Team, Stoeraktionen, Barrikade bauen, Diplombuch schreiben, Frahzeug-Umbau, …)
- Den KI-/UI-Studierenden, fuers Unterricht schwaenzen um an unserer Bar etwas zu konsumieren (ausser einer, der immer sitzen bleiben wollte)
- Den entsprechenden Dozierenden und der Departementsleitung fuers mitmachen (manche mehr, manche weniger – im krassen Gegensatz zu Herrn Ruprecht steht z.B. Herr Doran, der spontan im Praktikumsunterricht 5dl Bier auf ex getrunken hat…angefeuert von allen im Raum anwesenden; oder auch Herr Bosshard, welcher des oefteren nach dem Abendessen wieder an unserer Bar auftauchte und ausserdem einmal eine Stoeraktion wuenschte – normalerweise bitten uns nur Studierende darum)
- Allen anderen Studierenden und den Leuten am Umzug, die unser Diplombuch gekauft und an unseren Bars konsumiert haben
- Mir, vorallem fuer die vielen Fotos, aber auch ein bisschen fuers Praesident spielen, da es sonst niemand getan haette :P
- Allen, die ich…ach was, ich bin doch keiner dieser Trottel die immer irgendwelche Leute vergessen (und wenn doch, editier ich einfach die Liste un sags niemandem)
So, ich muss Schluss machen…muss morgen noch den restlichen Muell von Winterthur zurueck nach Thun zuegeln und so. Ausserdem ist jeder bekloppt, der bis hier mitgelesen hat. Ehrlich. Seid froh, dass ich mich kurz gehalten hab. Ich haette locker ueber jeden einzelnen Tag soviel schreiben koennen :P
